Hallo Schottwien wir kommen

Anfangs Jahr drückt uns Gertraud vom Gwölb ein "Üsi Musig" in die Hand. Was!...
Die Flumenthaler gehen nach Schottwien! Da müssen wir wenn möglich mit.

Dürfen wir mitkommen?

Klar! Ihr müsst euch nur anmelden.

Sofort wird angerufen. Bitte meldet uns an. Wir möchten mitkommen.

Am 12. Juni kommt die Bestätigung. Was uns nicht so gefällt ist der beigelegte Einzahlungsschein. Aber was soll' s! Geld braucht es auch. Das Warten auf die Abfahrt ist nervig.
Endlich ist es so weit. Ab mit dem Auto nach Flumenthal. Leider erwischen wir den Parkplatz vom Schulhausabwart. Das nächste Mal wissen wir es. Also zwischen den Bussen umparkieren. Ist das ein "gekurve" (drehen und wenden)!
Dann folgt die Meldung Bus links ist der Schlafbus, Bus rechts ist der "laferi" ( reden) Bus. Wir steigen in den Schlafbus. Platz haben wir zur Genüge. Jedes hat fast zwei Plätze zur Verfügung. Also können wir es uns gemütlich machen.
In Buchs gibt es Fahrerwechsel. Neu fahren wir mit Uli (heisst er nun Uli oder Ueli?)
Bald schon wird es sehr still im Bus. Man hört nur noch ein schnarchen und schnaufen.
Beim eintreffen in Schottwien werden wir von der Musik empfangen. Ist das ein Begrüssen! Wir zwei stehen etwas im Schilf, da wir das erste Mal dabei sind. Aber bald haben wir Kontakt mit den Schottwiener. Nun geht es ab zum Brunch. Ist das ein "Schnabulieren" (essen)! Beim Zimmerbezug kommt es zum Ersten Problem. Die Türe zu unserem Quartier ist geschlossen. Alles Klingeln nützt nichts. Also zurück zum Haselbacher und einen Schlüssel organisieren.
Gegen Abend geht es auf den Sonnwendstein zur "Büffelwirtin" zu einem guten "Znacht" (Nachtessen).
Leider ist das Wetter garstig. Es ist kalt und regnet zeitweise. Nun kommt das zweite Problem. Weil ich zu faul zum schleppen war, habe ich einen Teil meiner Fotoausrüstung zu Hause gelassen. Ohne mein grosses Tele gelingen Landschaftsaufnahmen schlecht. Sofort kommt der Gedanke: Soll ich einen Teil meines Sackgeldes in einen neuen Fotoapparat mit einem eingebauten Tele investieren? (Was nach der Reise auch gemacht wird.)
Am Freitag fahren wir nach Wien. Die Stadtrundfahrt ist noch recht gut. Aber der Spaziergang ist für mich zu viel. Lässt uns die Gruppenleiterin fast nur rennen. Mit Schlotterbeinen komme ich im Prater an. Erika und ich genehmigen uns nur einen Salat, da es ja noch ein Nachtessen gibt. Aber ein Teil der Gruppe isst eine Schweinshaxe. Die wiegt mit Knochen ein Kilogramm! Das Nachtessen beim Heurigen mundet uns. Dazu gibt es noch Musik und Gesang. Klar einen Teil der Sprache verstehen wir nicht. Leider müssen wir viel zu früh nach Schottwien zurück fahren. Nach einem Schlummertrunk gehen wir in die "Haia" (Bett).
Am Samstagmorgen üben die Musiker gemeinsam. Da müssen wir natürlich auch ein Ohr voll geniessen. Das gibt schon eine Kostprobe für den Abend. Nun wollen wir uns noch das Dorf anschauen. Also die Strasse runter um an das Ende des Dorfes zu gelangen. Wir kommen aber nur bis zum alten Doktorhaus. Dort werden wir hereingebeten. Was es da alles zu sehen gibt! Während Erika einkauft, quetsche ich die Besitzerin des Möbelhauses nach der Geschichte von Schottwien aus. Es wird ein sehr interessantes Gespräch. Auf jeden Fall kann ich nun mit meinem Wissen "plagieren" (prahlen). Sogar ein Schottwiener Bier habe ich erhalten. Es lohnt sich nur wegen dem Bier, noch einmal nach Schottwien zu pilgern.
Das Mittagessen können wir in Maria Schutz geniessen. Wenn ich richtig gehört habe wird das Mittagessen gespendet. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wer will, kann dann noch ins Heiratsschloss nach Goggnitz gehen. Bei dieser Besichtigung dürfen wir nicht fehlen.
Gegen Abend wird beim Gemeindehaus musiziert. Danach marschieren beide Gruppen Richtung Musikschule. Beim Restaurant Haselbacher ist eine Verpflegung angesagt. Müssen sich die Musiker doch von der langen Strecke erholen. Gestärkt trifft die Musik in der Musikhalle ein.
Der Samstagabend ist ein Hit. Diese Musik ganz toll. Die Filmvorführung "Wie kommt ein Frosch nach Schottwien", hat allgemeines Gelächter verursacht. Was mich besonders gefreut hat, ist die Ehrung von Gertraud und Siegfried. Setzen sie sich doch immer für die Musikvereine ein. Im späteren Abend werden Alphorn, Hochprozentiges und Frösche verteilt. Da sieht man ganz stolze und verwunderte Gesichter. Leider ist der Abend viel zu schnell vorbei. Wir zwei, die noch nicht viele von Schottwien kennen, finden uns im Trubel nicht zu recht. Also beschliessen wir uns ins Quartier zu gehen. Haben wir doch am Sonntag noch einen strengen Tag vor uns. Was mich verwundert ist, dass meine Lebensbatterien noch nicht leer sind. Das wird aber schon noch kommen.
Am Sonntagmorgen schleppen wir unsere Koffer durch das ganze Dorf zur Musikschule. Dort ist noch ein Brunch angesagt. Was wird da wider alles aufgetischt. Man weiss fast nicht was man nehmen soll. Wir dürfen uns sogar noch ein paar Brote zum mitnehmen zurecht machen. Um dreizehn Uhr heisst es abschied nehmen. Es fällt uns nicht leicht Schottwien zu verlassen.
Ziemlich genau um zwei Uhr Morgens treffen wir an der Biberiststrasse ein. Schön war diese Reise!
siehe Fotos

Max Wirth, 4500 Solothurn


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