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Noch nicht reif

Noch nicht reif für den Schaukelstuhl

Während drei Tagen feierte die Musikgesellschaft Flumenthal ihren 100. Geburtstag. Am Sonntag mit einer Marschmusikparade.

Rudolf Bögli, Präsident des Bezirksmusikverbandes Solothurn-Lebern erinnerte am Sonntagnachmittag in der Mehrzweckhalle Flumenthal in seiner kurzen Ansprache an die Rituale, mit denen ein 100. Geburtstag landläufig gefeiert wird. Der Landammann macht dem Jubilar seine Aufwartung, und wenn die Angehörigen daran denken, erklingt im Radio eine Gratulationsmelodie.
Anders verhält es sich bei der Musikgesellschaft Flumenthal. Die dreitägige Geburtstagsfeier am Wochenenden zeigte es: Reif für den Schaukelstuhl ist sie noch lange nicht, und die Musik macht sie auch noch selbst. Um 13 Uhr empfing sie mit schmissiger Marschmusik und trendigen Ohrwürmern die Teilnehmer der Marschmusikparade aus Attiswil, Derendingen, Günsberg, Langendorf, Luterbach und der Stadt Solothurn.

Eine halbe Stunde und ein erstes Gläschen Weisswein später ging bei strahlendem Sonnenschein die Parade auf der Rötistrasse über die Bühne. Ob die Musikgesellschaft Langendorf mit 45 Musikanten oder die Luterbacher mit 20 Akteuren, Alt und Jung waren mit Ausdauer und Engagement am Werk.

Gäste aus Österreich
Als erster machte sich der Musikverein Schottwien, der schon am Freitag aus Niederösterreich anreiste, in seiner blauen Wiener Fuhrmannstracht mit schwarzem Hut auf die Piste. Wie schon am Unterhaltungsabend vom Samstag vermochten die Österreicher durch ihre fetzigen Darbietung das Publikum zu begeistern.
Für den richtigen Takt sorgte Kapellmeister Walter Pratscher, flankiert von zwei Marketenderinnen. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen, welche die lokalen Musikgesellschaften in der Tracht und mit einem Blumenstrauss im Arm begleiteten, hatten die beiden Österreicherinnen ein Holzfässchen umgehängt. Zogen früher Marketenderinnen mit den Soldaten in den Krieg, um diese zu pflegen und versorgen, haben diese heutzutage eine ruhigere Aufgabe und rücken mit Musikkapellen aus, um die Musiker mit Getränken zu versorgen. Zu Stande kam der Kontakt mit dem Musikverein Schottwien laut Johann Pratscher, Gemeindeverwalter und Paukenspieler, durch Siegfried und Gertrud Frass, die aus diesem 1000-Seelendorf stammen, vor 19 Jahren in den Kanton Solothurn kamen und auch einige Jahre in Flumenthal lebten.

Ein Fest für alle
Eine positive Bilanz über den Anlass zog auch OK-Präsident Robert Klaus: «Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, alle kamen auf ihre Rechnung.» Am Freitagabend fand ein Jugendband-Contest statt. Sieger wurde die Band «Crazy bubble five». Für die Primarschüler wurde ein Zeichenwettbewerb organisiert. Dabei wurden sie eingeladen, ein noch nicht existierendes Musikinstrument zu zeichnen. Durch die Jury wurde Martina Marti mit ihrem klingenden Notenschlüssel zur Siegerin erklärt. Die Glückwünsche des Solothurner Blasmusikverbandes überbrachte Präsident Ueli Nussbaumer aus Mümliswil.

Hanspeter Flückiger

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