Bezirksmusiktag 2007 Betlach
Nach dem erfolgreich erfolgten Jahreskonzert vom 28. April haben wir uns zur Aufgabe gemacht, mit einer Auflagefrist von 3 ½ Wochen das Expertisenstück „The New Village“ von Kees Vlak und den Marsch „Brislach“ von Guido Anklin einzustudieren. In konzentrierten und effizienten Proben erklang das variantenreiche Stück von Kees Vlak nach und nach zu einem reifen Vortrag. Die letzte Woche vor dem Anlass war man dann auch bestrebt, mit dem Durchspiel der Stücke die Sicherheit jedes Einzelnen zu festigen.
Am Freitagabend um 19.25 Uhr war es nun soweit. Mit dem Einspielen im Saal der Klemenz-Kirche, Bettlach versuchte man sich mental auf das bevorstehende Expertenkonzert vorzu-bereiten. Der Gang von der Klemenzkirche zur Markuskirche, immerhin waren es einige hundert Meter Wegstrecke, trübte die Stimmung, trotz misslichen Wetterverhältnissen nicht.
Vor einem interessierten Publikum und einer fachlich kompetenten Expertise begannen wir unseren Konzertvortrag „The New Village“ von Kees Vlak.
Sehr subtil und leise eröffnete Patricia mit der Ständer-Cymbale das Werk und anschliessend wie aus weiter Ferne, eines unheimlichen Stimmlautes, erklang das Euphonium-Solo von Andreas. Kleine Trübungen bei den Trompeten liessen alle Anwesenden aufhorchen. Doch der nächste Part des gleichen Registers, mit einer gedämpften mystischen Stimmung gelang dann umso besser. Mit Spannung ging es nun weiter mit einem choralähnlichen melancholischen Thema. welches den Charakter von Traurigkeit und Schwere aufzeigte.Aber schon einige Takte später wurde diese pathetische Stimmung durch ein wieder in Bewegung geratenes Motiv weitergeführt. Ein abruptes Beenden dieses Teils leitete nun in ein schnelles rasantes Tempo über, bei dem die Akteure des Schlagwerks das Seinige dazu tun mussten, mit einer Bassumrahmung des entsprechenden Registers wurde dieser Rhythmus erweitert. Wenige Takte nachher ergänzte unser Solist Andreas mit seinem Euphonium diese Begleitung mit einer nahtlos vorgetragenen Melodie. Das Publikum verfolgt diesen Dialog mit der ganzen Aufmerksamkeit und der Dirigent war gefordert, wie ein Steuermann auf der Bobbahn, dass das „Gefährt“ nicht aus den rhythmischen Bahnen geriet.Nach dem glücklichen Auslaufen und Ausklingen dieses Parts schwenkte man über zu einer hervorragend gespielten romantischen Melodie, mit unserem Interpreten Andreas. Man spürte, dass das Publikum fast den Atem anhielt. Das Gesamtspiel rundete diesen überaus emotionellen Teil ab.
Mit rasendem Tempo ging man nun zum finalen Teil über. Wiederum bestimmte das Schlagwerk unterstützt mit den tiefen Instrumenten, Bässe, Posaunen und Hörner den Taktschlag. Figural eröffneten das Holzregister, die effektvollen Motive wie auch im späteren Gegenspiel des Flötenregisters. Das Ganze baute sich auf zu einem stürmisch, aufwühlenden Klangbild, in dem alle Akteure beteiligt waren. Nach einem kurzen Stillstand beendete eine heroischen Schlussfanfare des Trompeten- und Posaunenregisters und in Einbezug des Gesamtklanges dieses faszinierende und fesselnde Musik-Werk „The New Village“, von Kees Vlak.
Der anschliessende Bericht des musikalischen Experten Christoph Bangerter wurde mit Spannung erwartet. Seine Ausführungen waren sachlich und präzis und entsprachen vollumfänglich dem gezeigten Vortrag. Erfreut über die ausgezeichnete Notenbewertung, bei den 10 Kriterien wurden insgesamt 2 Mal mit der Maximalnote 10, 3 Mal mit der Note 9, 3 Mal mit der Note 8 und 2 Mal mit der Note 7 honoriert, nahm man dieses Resultat mit Wohlwollen entgegen. Mit einem Notendurchschnitt von 8,5 kann das „Projekt“ aus Sicht des Dirigenten als vorzüglich geleistete Arbeit und nochmals mit dem besten Dank an alle Mitbeteiligten, erfolgreich abgeschlossen werden.
Leider fand das vorgetragene Unterhaltungskonzert in der Festhalle, hauptsächlich aus Gründen der schlechten Akustik beim Publikum keinen grossen Anklang. Wir wurden hier für unsere Darbietungen schlecht belohnt.
Der 1. Teil des Musiktages wurde trotzdem von uns Musikanten und Musikantinnen gebührend fröhlich und freudig gefeiert.
Samstag, 2. Juni pünktlich um 15.30 Uhr begaben wir uns mit Marschmusik zum Dorfplatz in Bettlach, wo wir vom OK-Komitee empfangen und zum Begrüssungstrunk eingeladen wurden. Der anschliessende Gesamtchor mit allen andern Verbandsvereinen zeigte ein prächtiges Erscheinungsbild. Da die Wetterverhältnisse sich jederzeit „niederschlagsmässig“ auszuwirken drohten, beschloss man die Marschmusik zeitlich vorzuziehen.
Kurz vor 17.00 Uhr starteten wir mit unserem Vortrag, dem Marsch Brislach, von Guido Anklin. Da bei den Klarinetten-, und Trompeten-Registern verschiedenen Leute fehlten, war mangelte es an einem optimalen Klangausgleich. Unruhe entstand ebenfalls im Schlagwerk, da der zuständige Cymbalist Roger nicht aufgetaucht war. Wollte er eventuell den Musiktag erst am Sonntag besuchen? Der Standort der Marschmusikstrecke trug auch das Notwendige dazu, dass sich beim Musizieren kleine Unsicherheiten bemerkbar machten. Auch die Jury war für die Bewertung der Vorträge in einer schwierigen Situation. Die damit erreichte Punktzahl von 86 Punkten, von möglichen 100 Punkten kann als glücklich geschätzt werden. Bei der Sparte Marschmusik herrscht bei der Musikgesellschaft Flumenthal schon noch Nachholbedarf.
Die Marschmusikkonkurrenz war abgeschlossen und man begab sich um 18.00 Uhr in die Festhalle, wo das Abendessen eingenommen und anschliessend daran die Veteranen-Ehrungen stattfanden.
Um cirka 20.30 Uhr wurde zum Unterhaltungswettbewerb gestartet. Da wir in dieser Sparte nicht konkurrierten, konnten wir entspannt das Show-Programm der drei teilnehmenden Vereine, Brass-Band Solothurn, Stadtmusik Grenchen und Musikgesellschaft Langendorf geniessen. Vielleicht hat der Auftritt dieser Bands, das eine oder andere Mitglied der Musikgesellschaft Flumenthal begeistert und zu einer eventuellen Teilnahme im Jahre 2008 animiert?
Den Ausklang des Musiktages, begonnen in der Kaffeestube und ausgeblendet in der Musig-Bar, zeichnete die Musikgesellschaft Flumenthal wieder mit einer beachtlichen Präsenz und Aktivität.
Alles in Allem: „s’isch wider e tolle Musigtag gsi“!!!!!
Der Autor und Dirigent:
Martin Lehmann


